Allgemeine Studierenden-Ausschuss

Der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) ist eine Institution, die an den Universitäten der meisten deutschen Bundesländer die Interessen der Studentinnen und Studenten vertritt.
Er setzt sich aus einem/einer oder mehreren Vorsitzenden und einigen ReferentInnen zusammen, welche jeweils für verschiedenen Aufgabengebiete wie z.B. Finanzen oder Hochschulpolitik zuständig sind.

Die StudentInnen der Universität bestimmen die Mitglieder des AStA (Exekutive) indirekt, indem sie zunächst einmal jährlich ein Studierendenparlament (Legislative) wählen, welches dann darüber abstimmt, wer den Vorsitz und die Referenten-Ämter bekleiden darf.

Bei der Wahl des Studierendenparlamentes (StuPa) besteht genau wie bei Bundestags- oder Kommunalwahlen neben der Urnenwahl auch die Möglichkeit zur Briefwahl. Alle Studierenden einer Universität sind zur Teilnahme an den StuPa-Wahlen teilnehmen. Leider ist die Wahlbeteiligung hierbei jedoch i.d.R. nicht besonders hoch.

Zur Wahl lassen sich sowohl Vertreter bestimmter Fachbereiche (Wirtschaftswissenschaftler, Geisteswissenschaftler, Mediziner etc.) als auch Angehörige politischer Hochschulgruppen (CampusGrün, Piraten, JuSos usw.) aufstellen. Diese Interessengruppen geben Listen heraus auf denen ihre Kandidaten und Kandidatinnen aufgeführt sind. An manchen Unis wird mit Erst- (KandidatIn) und Zweitstimme (Liste) gewählt, oft gibt es aber pro WählerIn nur eine Stimme. Das heißt, um ein Beispiel zu nennen, dass jemand, der die Gruppen CampusGrün favorisiert von den z.B. zwölf auf der CampusGrün-Liste genannten Namen nur einen ankreuzen darf.

Beim Auszählen addieren die Wahlhelfer dann die Stimmen aller KandidatInnen innerhalb einer Liste zusammen. Aus der Relation zu den Ergebnissen der anderen Listen ergibt sich dann die Mandatsverteilung. Erhält die Liste CampusGrün nach der Umrechnung beispielsweise acht Sitze im StuPa, so ziehen die acht CampusGrün-KandidatInnen ins Parlament ein, die bei der Wahl die meisten Stimmen von den Studierenden bekommen haben.

Die auf diese Weise gewählten ParlamentarierInnen wählen dann die Mitglieder des AStA, wobei alle Angehörigen der Studierendenschaft sich hierfür als KandidatInnen aufstellen lassen können. Meist sind es jedoch Mitglieder der bereits im StuPa vertretenen Fraktionen, die aus den jeweils eigenen Reihen für ein Amt vorgeschlagen werden. Darüber, welche der kandidierenden Personen in Zukunft Teil des AStA sein werden, stimmen alle Parlamentarier in Einzelwahl ab, d.h. die Posten wie z.B. Finanzreferent werden einzeln durchgegangen und von denjenigen, die sich für das jeweilige Amt haben aufstellen lassen, gilt der- oder diejenige als gewählt, der/die die Mehrheit der Stimmen der StuPa-Mitglieder erhält.

Ostdeutsche Hochschulen, an denen es anstelle des AStA den sogenannten Studentenrat gibt, sowie kleinere Unis haben kein Studierendenparlament. Dort wählen die StudentInnen die AStA-Mitglieder (bzw. die Mitglieder der Studentenräte) direkt.
Eine weitere Sonderregelung besteht in Badenwürtemberg: Der AStA ist laut Hochschulrecht dieses Bundeslandes keine Institution einer verfassten Studierendenschaft, sondern ein dem jeweiligen Hochschulsenat zugehöriger Ausschuss und selbigem daher rechenschaftspflichtig. Nicht alle Studierenden akzeptieren diese Sonderform des AStA als Interessenvertretung. Als Folge dessen haben sich an vielen Universitäten in Badenwürtemberg neben dem eigentlichen Studierenden-Ausschuss unabhängige Studierendenschaften etabliert.